Unterschiede zwischen Fremd- und Eigenkapital

Als Unternehmer legen Sie mit der Entscheidung für die Kapitalstruktur die Grundlage für den Erfolg Ihres Betriebes. Dabei ist die Frage zu beantworten, ob Eigenkapital oder Fremdkapital zu bevorzugen ist beziehungsweise, wenn Sie eine Mischfinanzierung anstreben, wie das ideale Verhältnis dieser beiden Finanzierungsarte sich optimal gestalten lässt. Um hier richtig planen zu können, erweist es sich als unerlässlich, den Unterschied sowie die wichtigsten Vor- und Nachteile der Finanzierung mit Fremd- oder Eigenkapital zu kennen.

Rechts- und Beteiligungsverhältnis

Durch die Gewährung von Eigenkapital, zum Beispiel in Form von Stammeinlagen bei einer GmbH oder Aktien bei einer Aktiengesellschaft, erwerben die Kapitalgeber Gesellschafterrechte. Dementsprechend sind sie als Gesellschafter berechtigt und verpflichtet, die Unternehmenspolitik maßgeblich mitzubestimmen. Bei Fremdkapital ist keine Mitbestimmung vorgesehen. Kreditinstitute, wie zum Beispiel die Creditplus Bank,  überlassen dem Betrieb Kredite entweder für einen bestimmten Zweck, wie zum Beispiel der Finanzierung einer größeren Investition, oder zur freien Verfügung, insbesondere in Form einer Kontokorrentlinie. Aus diesem Grund können Sie als Unternehmer mit einer Fremdfinanzierung ohne Einschränkungen agieren, während Sie bei einer Aufnahme von neuen Gesellschaftern wichtige Entscheidungen nur mit deren Zustimmung treffen können.

Haftung und Risiko

Fremdkapitalgeber haften im Falle einer Insolvenz nicht. Das bedeutet, ihr Verlust ist auf den restlichen Kreditbetrag beschränkt, den das Unternehmen nicht zurückzahlen kann. Bei Eigenkapital hängt die Haftung von der Gesellschaftsform des Unternehmens ab: Bei Kapitalgesellschaften, wie GmbHs und Aktiengesellschaften, haften die Gesellschafter nur mit ihrer Einlage. Bei Personengesellschaften, wie beispielsweise Einzelgesellschaften oder OHGs erstreckt sich die Haftung der Gesellschafter dagegen auf deren gesamtes betriebliches und privates Vermögen. Deswegen gehen Sie mit dieser Form von Eigenkapital ein erhebliches Risiko ein. Weitere Informationen zu den verschiedenen Unternehmensformen wurden hier zusammengefasst.

Zeitliche Bindung und Verfügbarkeit

Auch in Bezug auf die Zeit, in denen dem Unternehmen mit dem Kapital wirtschaften kann, bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital:

  • Fremdkapital wird für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt und ist nach dessen Ablauf zurückzuzahlen.
  • In wirtschaftlich schwierigen Situationen besteht jedoch häufig die Möglichkeit, mit Banken zu vereinbaren, fällige Tilgungen aufzuschieben oder neue Kredite aufzunehmen.
  • Bei Eigenkapital existiert grundsätzlich keine zeitliche Bindung.
  • Während die Aufnahme von neuem Eigenkapital in der Regel faktisch nur in begrenztem Umfang möglich ist, können Betriebe schneller und unkomplizierter große Summen an neuem Fremdkapital von Banken erhalten. Dies ist insbesondere bei erfolgreichen, schnell wachsenden Unternehmen wichtig.

Zins- und Steueraspekte

Bei der Entscheidung für Eigen- oder Fremdkapital sollten Unternehmer auch bedenken, dass für Banken und anderen Kreditgebern gegebenes Geld stets nur die im Kreditvertrag vereinbarten Zinsbeträge als Kosten anfallen. Eigenkapitalgeber tragen dagegen unternehmerisches Risiko und sind voll am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Erzielt das Unternehmen hohe Gewinne, erhalten die Eigenkapitalgeber attraktive Ausschüttungen, in Krisensituationen müssen sie eine Verringerung ihrer Einlagen in Höhe der anteiligen Verluste hinnehmen.

Steuerlich erfolgt eine unterschiedliche Behandlung von Eigen- und Fremdkapital:

  • Zinsen für Fremdkapital sind steuerlich voll absetzbar
  • Ausschüttungen an Eigenkapitalgeber mindern die steuerliche Bemessungsgrundlage nicht
  • Aus steuerlicher Sicht ist die Fremdfinanzierung deswegen günstiger

Fazit

Die Finanzierung mit Eigen- oder Fremdkapital unterscheidet sich in vielen verschiedenen Aspekten. In der Regel ist eine teilweise Fremdfinanzierung empfehlenswert, um gute Voraussetzungen für den nachhaltigen Unternehmenserfolg zu schaffen.

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Redaktion

ist gelernter kaufmännischer Assistent für Datenverarbeitung sowie Steuerfachangestellter. Er arbeitet aktuell für einer den führenden Wissens- und Informationsdienstleister in den Bereichen Recht, Wirtschaft und Steuern im Bereich Softwareberatung. Er verfügt über mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Buchhaltung in den untererschiedlichsten Branchen und ist Autor von Fachpublikationen verschiedener Verlage.
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