Kann mir jemand an Hand eines Beispieles die Differenzbesteuerung erklären?

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Unbekannt asked 5 Jahren ago

Wir haben in der Berufsschule gerade das Thema Differenzbesteuerung. Leider verstehe ich das nicht so richtig.. Kann mir das jemand an einem Beispiel erklären?
Vielen Dank schonmal!
Lydia

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Unbekannt answered 5 Jahren ago

Stell dir vor, du verkaufst dein Auto für 2.000 € an einen Autohändler. Dieser verkauft dein Auto für 2.500 € an irgend einen Kunden weiter. Dann hat der Händler ja 500 € Gewinn gemacht.
Die Umsatzsteuer will immer nur den Mehrwert, den ein Unternehmer schafft, besteuern – daher heißt die auch Mehrwertsteuer.
Normal würde das über den Vorsteuerabzug hin zu bekommen sein. Der Händler zahlt auf die 2.500 € Verkaufserlös die 19% Umsatzsteuer und würde aus dem Ankauf 19% Vorsteuer auf 2.000 € ziehen. Somit würde er unterm Strich nur 19% auf die 500 € Mehrwert an das Finanzamt abführen müssen.
Jetzt bist du aber eine Privatperson und kein Unternehmer. Das heißt, du hast dem Händler ja keine Rechnung mit Umsatzsteuer geschrieben (darfst du ja auch nicht als Privatperson). Sprich, der Händler hat jetzt auch keinen Vorsteuerabzug aus dem Ankauf und müsste (gäbe es die Differenzbesteuerung nicht) 19% Umsatzsteuer auf 2.500 € Verkaufserlös zahlen. Damit hätte er ja aber nicht den von ihm geschaffenen Mehrwert besteuert sondern alles. Das ist aber nicht im Sinne der Umsatzsteuer.
Also gibt es für dieses Problem die Differenzbesteuerung, die es Wiederverkäufern (also Autohändler, Münzhändler, Briefmarkenhändler, …) ermöglicht nur die Differenz zwischen Verkaufspreis und Ankaufspreis der Umsatzsteuer zu unterwerfen (was ja der geschaffene Mehrwert – im obigen Beispiel die 500 € – sind), wenn sie Waren von Nichtunternehmern oder Privatpersonen einkaufen.
Beim Einkauf wird somit keine Vorsteuer gezogen (da keine in der Rechnung ausgewiesen) ist. Man würde als buchen: Wareneingang an Finanzkonto 2.000 €
Beim Verkauf wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen (nur Hinweis auf 25a UStG in der Rechnung – da steht das ganze nämlich drin) und man bucht: Finanzkonto 2.500 € an 95 € Umsatzsteuer (19% auf 500 €) und 2.405 € Umsatz (2.500 € – 95 €)

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